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Verfahren nach UNG

Seit dem 1. April 2016 ist das Gesetz über die Nutzung des Untergrundes in Kraft (UNG, RB 723.1 und UNV, RB 723.11). Vom neuen Gesetz sind auch Teilbereiche der oberflächennahen Geothermie betroffen.

Was bedeutet dies für die kommunale Bauverwaltung?
Gesuche für Geothermienutzung, v. a. die Gesuche für Erdwärmesondenbohrungen, sind von den Gemeindebehörden, zusätzlich zu den bisherigen Prüfpunkten, auf die folgenden beiden Aspekte hin zu prüfen:

  1. Überschreitet die Bohrung 500 m Tiefe?
    →  Bohrungen über 500 m Tiefe fallen unter das UNG.
  2. Überschreitet die geplante Geothermienutzung die im UNG gesetzte Limite von 100 kW maximale Entzugsleistung mittels Erdsonden, Erdsonden-Feldern, Erdregistern, Energiepfählen und Kälte- oder Wärmespeichern? - Wenn die Entzugsleistung durch die Bauherrschaft nicht deklariert ist, kann sie für Erdwärmesonden mittels einer angenommenen mittleren Entzugsleistung von 40 W/Erdsondenmeter (siehe auch SIA-Norm 384/6:2010) überschlagsmässig errechnet werden (Beispiel: 4 Sonden x 200 m x 40 W/m = 32 kW).
    →  Vorhaben mit mehr als 100 kW maximaler Entzugsleistung fallen unter das UNG.

Falls ein Bauvorhaben eines oder beide Kriterien des UNG erfüllt, ist das Amt für Umwelt/Abteilung Wasserbau und Hydrometrie zu kontaktieren. Nach einer Kurzprüfung anhand der ersten Unterlagen kann eine Rückmeldung gegeben werden über die zu beachtenden Schritte und Details. Für das Verfahren nach UNG sind in den meisten Fällen ausführlichere Gesuchsunterlagen als bisher erforderlich. Auch sind die öffentliche Auflage und die Veröffentlichung im Amtsblatt notwendig.