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Wasserqualität Bodensee

Chemische Beurteilung
Zur Beurteilung von stehenden Gewässern, also auch des Bodensees, werden chemische, physikalische und biologische Parameter ausgewertet. Es ist ein umfangreiches Messprogramm an repräsentativen Stellen des Bodensees zu verschiedenen Zeitpunkten notwendig, um fundierte Aussagen über die Gewässerqualität zu machen. Für eine optimale Abstimmung des Messprogramms über die Landesgrenzen hinweg, wird die Seewasserqualität von der Internationalen Gewässerschutz Kommission des Bodensees (IGKB) überwacht.

Wasserqualität Bodensee
Der Bodensee weist heute eine sehr gute Wasserqualität auf. Der Phosphorgehalt hat sich mit 6 bis 8 µg/L auf einem natürlich tiefen Niveau – vergleichbar mit Anfang der 1950er-Jahre – eingependelt, nachdem er Ende der 1970er-Jahre Spitzenwerte erreicht hatte und seither stetig zurückgegangen war. Die niedrigen Nähstoffkonzentrationen zeigen sich in der guten Sauerstoffversorgung, welche in der Tiefe des Obersees über das ganze Jahr herrscht. Mit der sehr guten Wasserqualität ist der Bodensee heute gut gegen die Klimaerwärmung gewappnet. Dass dies auch nötig ist, zeigt die Sauerstoffentwicklung im Tiefenwasser, welche von 6.4 mg/L (2014) auf 5.9 mg/L (2015) gesunken ist. Wegen der warmen Temperaturen hat der See unzureichend zirkuliert und sich nicht genügend erholen können, wodurch zu wenig Sauerstoff in die tiefen Bereiche gelangte.
Die ökologische Funktion des Bodenseeufers ist stark eingeschränkt. Von den rund 63 km Länge des Seeufers sind lediglich 28% in einem natürlichen oder naturnahen Zustand, 13% sind beeinträchtigt und ganze 59% sind naturfern bzw. naturfremd.

Mikroverunreinigungen
Spurenstoffe sind Stoffe, die aus verschiedensten Anwendungsbereichen stammen, dazu gehören Medikamente, Pflanzenschutzmittel, Reinigungsmittel, Kosmetika etc. Natürlicherweise kommen diese Stoffe im Gewässer nicht vor. Sie sind schon in äusserst geringen Konzentrationen messbar, im Mikro- bis Nanogrammbereich (= 0.000000001g). Die Auswirkung der Spurenstoffe auf den Lebensraum Wasser mit seinen Lebewesen ist noch nicht gänzlich bekannt. Schwierig ist, neben dem einzelnen Stoff auch die Wechselwirkungen im Cocktail der Spurenstoffe zu beurteilen. Bei einer Untersuchung von 2008 an Ober- und Untersee durch die IGKB wurde das Seewasser auf rund 600 einschlägig bekannte Einzelstoffe untersucht. Nur ca. 10 % der Substanzen konnten nachgewiesen werden. Die stets niedrigen Konzentrationen dieser Problemstoffe bestätigten die einwandfreie Wasserqualität des Bodensees. Keine der nachgewiesenen Substanzen überschritt nationale oder internationale Grenzwerte.

Badewasserqualität (aktuelle Qualitäts - Tabelle)
Damit das Baden im See für den Menschen nicht mit gesundheitlichen Gefahren verbunden ist, überwacht das kantonale Laboratorium die Badewasserqualität in den Naturbädern am Bodensee. Die Ergebnisse werden während der Badesaison regelmässig auf ihrer Homepage veröffentlicht.