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Tiefenwasserableitung

Der Hüttwilersee ist, wie der Nussbaumersee und der Hasensee, von Natur aus ein nährstoffreiches Gewässer. Sauerstoffmangel in den untersten Wasserschichten des Sees ist während der Sommermonate weder aussergewöhnlich noch beunruhigend.
Mit dem zivilisatorischen Einfluss stieg jedoch der Nährstoffgehalt kontinuierlich an und die Sauerstoffsituation verschlechterte sich in den 90er Jahren des 20. Jahrhunderts zunehmend. Reichte früher im Sommer die Sauerstoffversorgung bis in 10 m Wassertiefe, war sie während dieser Eutrophierungsphase gerade noch bis 3 Meter des rund 14 Meter tiefen Sees genügend.

Mit der Ableitung von Tiefenwasser wird eine für den See ausreichende Sauerstoffversorgung insbesondere während der Sommermonate angestrebt. Ein erstes Ziel ist es, einen ganzjährigen Sauerstoffgehalt von 6 mg/l bis in 8 m Wassertiefe zu garantieren. Wann dies erreicht sein wird, ist schwierig abzuschätzen, aber die Richtung stimmt.
Die Tiefenwasserableitung am Hüttwilersee ist kein Wundermittel. Die Anlage bekämpft lediglich die negativen Symptome des zu hohen Nährstoffgehalts. Ebenfalls zu diesem Zweck wurden die Pufferszonen rund um die drei Seen geschaffen (> mehr).

Die Tiefenwasserableitung
Baubeginn war im Januar 1999 - die Hochwässer dieses Jahres verzögerten die Fertigstellung um fast ein Jahr. Für die Tiefenwasserableitung wurden im See zwei Leitungen von je 50 cm Durchmesser verlegt, welche Wasser aus 8 und 14 Metern Tiefe in den Seebach leiten. Die Entnahme aus zwei unterschiedlichen Wasserstufen ist nötig, um eine bachverträgliche Wasserqualität im Seebach zu gewährleisten. Dazu dient die Mischkammer beim Betriebsgebäude (neben der Badeanstalt Hüttwilen).

Das Wehr neben dem Betriebsgebäude erzeugt eine Rückhaltung des Hüttwilersees bei 433.9 M.ü.M.. Aus der Rückhaltung, welche zwischen Hüttwilersee und Seebach wenige Zentimeter beträgt, resultiert eine Druckdifferenz. Dies bewirkt, dass das Tiefenwasser ohne mechanische Förderhilfe über die beiden Leitungen in die Mischkammer strömt und von dort in den Seebach. Je nach Wasserstand des Hüttwilersees können insgesamt bis zu 300 l Wasser pro Sekunde abgeleitet werden. Zur Überwachung der gesamten Anlage sind im Betriebsgebäude auch verschiedene Messgeräte mit Datenloggern installiert, welche über ein Modem direkt abgelesen werden können.

Das Seebachtal gilt als ein trockenes Gebiet, ohne Bewässerung ist kein wirtschaftlicher Acker- und Gemüsebau möglich. In der Vergangenheit wurde das benötigte Wasser an sehr vielen Stellen in und um die Seebachtalseen entnommen. Dies führte vor allem im Sommer zu kritischen Situationen mit sehr tiefen Wasserständen und sogar zu zeitweiliger Trockenlegung des Seebachs. Dies ist gesetzlich nicht erlaubt, das Gewässerschutzgesetz 1991 schreibt für Fliessgewässer eine Mindestrestwassermenge vor. Deshalb befinden sich im Betriebsgebäude die Elektropumpen der Bewässerungsgenossenschaft Seebachtal. Sie bezieht Wasser zu Bewässerungszwecken über eine dritte Leitung aus 7 Metern Tiefe. Zur Überwachung der gesamten Anlage sind im Betriebsgebäude auch verschiedene Messgeräte mit Datenloggern installiert. Diese können über Modem direkt abgerufen und ausgewertet werden.