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Flussprojekte in Arbeit

Konzept zur Ufersanierung Hochrhein

Ziel der Rheinufersanierung ist es, die bestehende harte Uferverbauung wo immer möglich zu entfernen und das Ufer so zu gestalten, dass es den Bedürfnissen der Anwohner, der Erholungssuchenden und der Natur gerecht wird und möglichst geringen Unterhalt verursacht.

Ausgangslage

Weniger als die Hälfte des 16.6 km langen Thurgauer Rheinufers zwischen Stein am Rhein und Schaffhausen sind in einem natürlichen oder naturnahen Zustand. Der restliche Teil besteht aus Betonplatten, Mauern oder Blockwurf. Sowohl aus ökologischer als auch aus landschaftlicher Sicht ist der Rhein dadurch massiv beeinträchtigt. Zudem ist die Zugänglichkeit des Gewässers erschwert. Viele dieser Ufersicherungen stammen aus der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts. Im Laufe der Zeit sind sie beschädigt und teilweise unterspült worden. Viele Abschnitte sind deshalb baufällig. Der bestehende Uferschutz muss durch eine zeitgemässe Ufersicherung ersetzt werden. Das Konzept zur Sanierung der Ufer gibt eine Übersicht über die zu verbauenden Abschnitte und schlägt konkrete Sanierungsmassnahmen vor. Der Projektperimeter erstreckt sich vom Auslauf des Untersees bei Stein am Rhein entlang der Thurgauer Grenze bis zur Zürcher Grenze nahe Schaffhausen. Die drei betroffenen politischen Gemeinden sind Wagenhausen, Diessenhofen und Schlatt.

Rheinufer bei Diessenhofen bestehend

 

 

 

 

Rheinufer heute unterhalb erster Revitalisierungsabschnitt bei Bleichi östlich von Diessenhofen

Zielzustand

Bei der Ufersanierung wird die Entfernung des harten Uferverbaus angestrebt. Als bewährte Ersatzmassnahme soll Wandkies II mit einer 1:5 Böschung angeschüttet werden. Die Böschungsneigung von 1:5 ist jedoch nur eine Richtgrösse. Aus ökologischen und landschaftlichen Gründen soll die Neigung wenn immer möglich lokal variieren. An Standorten, wo eine gewisse Ufererosion akzeptiert werden kann, sind steilere oder auch gar keine Vorschüttungen denkbar. In Bereichen, wo es das Flussprofil zulässt und sich hochwassertechnisch keine Nachteile ergeben, sind hingegen auch flachere Ufer als 1:5 anzustreben. Weiter sind diverse Elemente für Ökologie und Naherholung vorgesehen. In Abschnitten, in welchen die Siedlungen bis an den Rhein grenzen, bleiben die bestehenden Ufersicherungen in der Regel erhalten und werden bei Bedarf saniert.

 

 

 

 

 

Visualisierung revitalisiertes Rheinufer im erster Revitalisierungsabschnitt bei Bleichi östlich von Diessenhofen

Erster Projektschritt

Als erster Revitalisierungsabschnitt wurde ein 900 m langer Abschnitt bei Bleichi östlich von Diessenhofen ausgewählt. Es ist vorgesehen, die bestehenden Betonplatten zu entfernen und durch ein naturnahes Ufer zu ersetzten. Ziel ist eine hohe Aufwertung für die Naherholungssuchenden und die Natur. Anstelle der Betonplatte soll künftig eine Kiesvorschüttung die Ufer vor Erosion schützen. Die Böschungsneigung der Vorschüttung beträgt ca. 1:5. Die Neigung soll aber, wenn immer möglich, abschnittsweise variieren, um eine gewisse Strukturvielfalt zu erreichen. An besonders erosionsgefährdeten Stellen schützen kleinere Blockbuhnen das Ufer und sorgen für zusätzliche Strömungsvariabilität.
Die Ufervegetation soll weitgehend erhalten bleiben. Nur lokal werden Gehölze ausgelichtet. Der Uferweg soll in Länge und Höhenlage beibehalten werden. An einigen Stellen soll der Weg in einen ufernahen Holzsteg übergehen, der einen Blick auf die unverbauten, naturnahen Ufer ermöglicht.