Direkt zum Inhalt springen

Berechnung des Gewässerraums

Die Gewässerschutzverordnung (GSchV; SR 814.201) gibt vor, wie breit der Gewässerraum mindestens sein muss. Für Flüsse und Bäche gilt grundsätzlich: Je breiter die Sohle des Gewässers ist, desto breiter muss in der Regel auch der Gewässerraum sein.

Die Berechnungsgrundlage der erforderlichen Gewässerraumbreite bei Bächen und Flüssen bildet die natürliche Gerinnesohlenbreite. Um diese zu ermitteln, muss zunächst die aktuelle Gerinnesohlenbreite des Fliessgewässers bestimmt werden.

In einem zweiten Schritt ist die Breitenvariabilität des Fliessgewässers festzustellen. Ein naturnahes Gewässer weist eine ausgeprägte Breitenvariabilität der Gerinnesohle auf, verbaute und damit «kanalisierte» Fliessgewässer weisen hingegen eine eingeschränkte oder keine Breitenvariabilität auf.

Für die Bestimmung der natürlichen Gerinnesohlenbreite bei eingeschränkter oder fehlender Breitenvariabilität können natürliche Referenzstrecken oder historische Daten des entsprechenden Fliessgewässers herangezogen werden. Fehlen Referenzstrecken oder historische Daten, ist ein Korrekturfaktor anzuwenden.

Die so ermittelte natürliche Gerinnesohlenbreite bildet die Grundlage für die Berechnung der minimalen Breite des Gewässerraumes für Fliessgewässer gemäss den Vorgaben von Art. 41a GSchV, SR 814.201.

Liegen die Fliessgewässer in Naturschutzgebieten oder Landschaftsschutzgebieten mit gewässerbezogenen Schutzzielen, wird der minimale Gewässerraum nach Art. 41a Abs. 1 GSchV (Biodiversitätsbreite) berechnet. Für die übrigen Gebiete gilt die Berechnung des minimalen Gewässerraums nach Art. 41a Abs. 2 GSchV.

Bei grossen Fliessgewässern legt der Kanton den Gewässerraum im Einzelfall unter Berücksichtigung der Sicherung der natürlichen Funktionen der Gewässer, des Schutzes vor Hochwasser und der Gewässernutzung fest.

Die Breite des Gewässerraums bei stehenden Gewässern wird gemäss Art. 41b Abs. 1 GSchV, SR 814.201 ab der Uferlinie gemessen. Als Uferlinie gilt die Begrenzungslinie eines Gewässers, bei deren Bestimmung in der Regel auf einen regelmässig wiederkehrenden höchsten Wasserstand abgestellt wird.

Beim Obersee und Untersee handelt es sich um ein unreguliertes Gewässer. Die Wasserstände verändern sich im Jahresverlauf massiv. Aus diesem Grunde ist für die Bemessung des Gewässerraums bei Obersee und Untersee auf das Hochwasserprofil abzustützen.