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Separat gesammelte Wertstoffe

Wertstoffe wie Papier/Karton, Glas, Alu/Weissblech und Metalle werden separat vom Kehricht gesammelt und dem stofflichen Recycling zugeführt. Separat gesammelte Abfälle aus Haushalten und Betrieben mit weniger als 250 Vollzeitstellen gehören zu den Siedlungsabfällen und werden von den drei im Kanton Thurgau tätigen Abfallzweckverbänden bewirtschaftet. Der Thurgauer Bevölkerung stehen vier regionale Annahmezentren (RAZ), viele Gemeindesammelstellen und Containersammelplätze sowie private Entsorgungsdienstleister für die Abgabe von Wertstoffen und anderen Abfällen zur Verfügung. Papier und Karton werden periodisch von Vereinen und Schulen gesammelt. Im ganzen Kanton bieten die Abfallzweckverbände auch eine Verwertungsmöglichkeit für gemischte Kunststoffe im sogenannten KUH-Bag an. Die Sammlung und Entsorgung von biogenen Abfällen fallen nicht darunter. Einige Abfälle wie PET-Getränkeflaschen, Plastikflaschen, Batterien sowie elektrische und elektronische Geräte und Leuchtmittel können zudem bei den Verkaufsstellen zurückgegeben werden. Für diese Abfälle bestehen schweizweite einheitliche Sammelsysteme, die oft über vorgezogene Recyclinggebühren finanziert werden.

Zahlen und Grafiken

Die Menge an Wertstoffen umfasst die Sammelmengen der Abfallzweckverbände im Kanton Thurgau wie auch die Mengen der beiden privat betriebenen RAZ in Frauenfeld und Kreuzlingen. Wertstoffmengen der privaten Entsorgungsunternehmen sind nicht enthalten. Wertstoffe werden gehandelt und unterliegen Marktpreisen, was die Sammelquoten der Verbände beeinflussen kann. Seit 2018 werden bei Papier und Karton sowie bei den Metallen allfällige Handelsmengen herausgerechnet. Dabei ist zu beachten, dass keine genaue Abgrenzung zwischen Abfällen aus Haushalten, Gewerbe und Industrie möglich ist.

Die Recyclingquote zeigt auf, welcher Anteil der gesamten Siedlungsabfälle aus Thurgauer Haushalten dem Recycling zugeführt wird. In die Recyclingquote werden die Wertstoffe Papier, Karton, Glas, Metall, Aluminiumverpackungen und Weissblechdosen eingerechnet. Es sind dies die Wertstofffraktionen, die am ehesten in allen Gemeinden einheitlich gesammelt werden. Demgegenüber fehlen andere Wertstoffe aus Separatsammlungen wie z. B. PET-Getränkeflaschen, andere Kunststoffe, Elektro-/Elektronikgeräte oder biogene Abfälle. Damit wird ein Teil der Siedlungsabfallverwertung in der Recyclingquote nicht abgebildet.

 

Die Sammelmenge gemischter Kunststoffe im KUH-Bag nimmt seit seiner Einführung im Jahr 2016 stetig zu. Verglichen mit dem im Kehricht vorhandenen Kunststoff, der separat gesammelt werden könnte, ist die Sammelmenge jedoch noch gering.

 

 

Beurteilung 2023

Die Recyclingquote der Siedlungsabfälle im Kanton Thurgau lag im Jahr 2022 bei rund 39%. In der Recyclingquote werden nicht alle Wertstoffe erfasst – so fehlen z.B. biogene Abfälle und Wertstoffe aus nationalen Separatsammlungen wie PET-Getränkeflaschen oder Elektroschrott. Die Recyclingquote der berücksichtigten Wertstoffe Papier/Karton, Glas, Metalle, Alu und Weissblech fluktuiert stark, ist aber eher rückläufig. Grund ist der Rückgang des anfallenden Altpapiers durch den veränderten Medienkonsum. Die Zunahme des leichteren Kartons aufgrund des Online-Handels kann diesen Mengenrückgang beim Altpapier nicht kompensieren. Die gesammelte Menge Papier und Karton ging zwischen 2006 und 2020 von rund 19'000 t auf 16'000 t zurück. Mit dem KUH-Bag verfügt der Kanton Thurgau seit 2016 über ein flächendeckendes separates Recyclingsystem für gemischte Kunststoffe aus Haushalten. Die Sammelmenge der beiden Abfallzweckverbände KVA TG und ZAB stieg kontinuierlich auf 927 t im Jahr 2022.

Handlungsbedarf 2023

Vollständigere Mengenerfassung der Wertstoffe prüfen (2019)

Weitergehende Informationen

Recycling gemischter Kunststoffe (KUH-Bag)

Die Verbände KVA Thurgau, ZAB und die A-Region bieten mittlerweile flächendeckend das Sammelangebot für gemischte Kunststoffe im KUH-Bag an. Seit 2020 ist der KUH-Bag nach den Qualitätsnormen des Vereins Schweizer Plastic Recycler (VSPR) zertifiziert und wird regelmässig überprüft. Kunststoffflaschen (ausser PET-Getränkeflaschen), Getränkekartons sowie diverse Kunststoffverpackungen und Kunststoffbehälter können in diesem kostenpflichtigen Sammelsack abgegeben werden. Die Sammelsäcke können bei den Gemeinden sowie in vielen Poststellen und Läden gekauft werden. Rückgabestellen sind die vier RAZ und viele Werkhöfe der Gemeinden. Die Überprüfung der KUH-Bag-Sammlung im Jahr 2020 hat ergeben, dass mit 6 % vergleichsweise wenig Fremdanteile (wie PET-Flaschen, Metall oder Papier und Karton) das Sammelgut verunreinigen. Die stofflich verwertbaren Kunststoffe – derzeit rund 50 % der Sammelmenge – werden in Sortieranlagen im nahen Ausland abgetrennt und in spezialisierten Anlagen zu neuem Kunststoffgranulat aufbereitet. Die Restfraktion ist stofflich nicht verwertbar. Den Sam-melmengen in den Zweckverbänden entsprechend, werden die Rückstände in die jeweilige Kehrichtverbrennungsanlage zurückgeführt, wo daraus Energie gewonnen wird. Es wird sich zeigen, wie sich die gemischte Sammlung von Kunststoffen gegenüber der sortenreinen Sammlung entwickelt. Abgeleitet aus den Ergebnissen des Projekts KuRVe (Kunststoff Recycling und Verwertung) empfiehlt das BAFU, die sortenreinen Kunststoffsammlungen, insbesondere das Recycling der PET-Getränkeflaschen, unbedingt weiterzuführen und gemischte Sammlungen nur anzubieten, wenn der ökologische Nutzen und die kostendeckende Finanzierung gegeben sind. Das Kunststoffrecycling ist generell dann sinnvoll, wenn der stofflich verwertbare Anteil möglichst hoch ist. Dies wird begünstigt, wenn neue effiziente Sortier- und Recyclingtechnologien entwickelt und marktfähig gemacht werden. Ziel ist es, sowohl die Sammelmengen als auch den stofflich verwertbaren Anteil des KUH-Bag zu erhöhen. Der VSPR setzt sich das Ziel, die Recyclingquote des gemischt gesammelten Haushaltskunststoffs bis 2025 auf 55 % und längerfristig auf 70 % zu steigern.

Kontakt

Patrick Walser

Sonderabfälle, Abfälle

Tel. 058 345 51 97
E-Mail